Fachbegriffe zur DIN EN 1090 Zertifizierung

Dieses Glossar enthält die wichtigsten Begriffe rund um die Zertifizierung nach DIN EN 1090, die werkseigene Produktionskontrolle (WPK) sowie verwandte Normen für Schweißtechnik und Metallbau.

Akkreditierte Stelle

Eine von einer nationalen Akkreditierungsbehörde (z.B. DAkkS) anerkannte Organisation, die berechtigt ist, Konformitätsbewertungen durchzuführen und Zertifikate auszustellen.

Aluminiumtragwerk

Tragende Konstruktion aus Aluminium, die Lasten aufnimmt und in den Baugrund ableitet. Die Herstellung unterliegt den Anforderungen der DIN EN 1090-3.

Ausführungsklasse (EXC)

Klassifizierung der Qualitätsanforderungen für die Herstellung von Stahlkonstruktionen in vier Stufen (EXC 1 bis EXC 4). Je höher die Klasse, desto strenger die Anforderungen. Die Einteilung richtet sich nach Schadensfolgen und Beanspruchung.

Bauproduktenverordnung (EU-BauPVo)

Europäische Verordnung (EU) Nr. 305/2011, die harmonisierte Bedingungen für die Vermarktung von Bauprodukten in der EU festlegt. Sie verpflichtet Hersteller zur CE-Kennzeichnung bestimmter Bauprodukte.

CE-Kennzeichnung

Konformitätskennzeichnung für Produkte im Europäischen Wirtschaftsraum. Bei Stahl- und Aluminiumtragwerken bestätigt sie die Übereinstimmung mit den Anforderungen der DIN EN 1090-1 und ermöglicht den freien Warenverkehr innerhalb der EU.

DIN 18800

Frühere deutsche Norm für Stahlbauten, die am 01.07.2014 ihre Gültigkeit verlor und durch die europäische DIN EN 1090 ersetzt wurde.

DIN EN 1090

Europäische Norm für die Ausführung von Stahltragwerken und Aluminiumtragwerken. Teil 1 regelt die Konformitätsbewertung, Teil 2 die technischen Regeln für Stahl, Teil 3 für Aluminium.

DIN EN 1090-1

Teil 1 der Norm: Konformitätsbewertungsverfahren für tragende Bauteile. Definiert Anforderungen an die werkseigene Produktionskontrolle und CE-Kennzeichnung.

DIN EN 1090-2

Teil 2 der Norm: Technische Regeln für die Ausführung von Stahltragwerken. Enthält Anforderungen an Werkstoffe, Schweißen, mechanische Verbindungen und Korrosionsschutz.

DIN EN 1090-3

Teil 3 der Norm: Technische Regeln für die Ausführung von Aluminiumtragwerken. Beschreibt die korrekte Herstellung von Bauteilen und Strukturen aus Aluminium.

DIN EN ISO 3834

Internationale Norm für Qualitätsanforderungen beim Schmelzschweißen metallischer Werkstoffe. Unterscheidet drei Qualitätsstufen: elementar (-4), standard (-3) und umfassend (-2).

DIN EN ISO 9606-1

Norm für die Prüfung von Schweißern beim Schmelzschweißen von Stahl. Legt Prüfungsanforderungen und Gültigkeitsbereiche für Schweißerprüfungen fest.

DIN EN ISO 9606-2

Norm für die Prüfung von Schweißern beim Schmelzschweißen von Aluminium und Aluminiumlegierungen.

Erstinspektion

Erste Überprüfung des WPK-Systems durch einen Prüfer einer akkreditierten Stelle. Bei positivem Ergebnis wird das Zertifikat über die werkseigene Produktionskontrolle ausgestellt.

Erstprüfung

Vom Hersteller durchgeführte Prüfung an einem selbst hergestellten Produkt, um die Eignung des WPK-Systems für die Fertigung nach EN 1090-1 nachzuweisen.

Fertigungshandbuch

Dokumentation aller Fertigungsprozesse und -verfahren eines Unternehmens. Teil der werkseigenen Produktionskontrolle.

Internationaler Schweißtechniker (IWT)

Qualifikation nach IIW-Richtlinien (International Institute of Welding) für Fachpersonal in der Schweißtechnik. Berechtigt zur Überwachung von Schweißarbeiten und zur Erstellung von Schweißanweisungen.

Kombi-Audit

Gemeinsame Zertifizierung eines Unternehmens nach mehreren Normen (z.B. DIN EN 1090 und DIN EN ISO 3834) in einem kombinierten Auditverfahren.

Konformitätsnachweis

Dokumentierter Nachweis, dass ein Produkt oder System die Anforderungen einer Norm erfüllt. Bei DIN EN 1090 ist dies das Zertifikat über die werkseigene Produktionskontrolle.

Korrosionsschutz

Maßnahmen zum Schutz von Metallkonstruktionen vor Korrosion (Rost). Wichtiger Bestandteil der DIN EN 1090-2 für Stahltragwerke.

Leistungserklärung (DoP)

Declaration of Performance. Dokument, das die Leistung von Bauprodukten in Bezug auf wesentliche Merkmale gemäß technischen Spezifikationen angibt. Voraussetzung für die CE-Kennzeichnung.

Metallbauer

Handwerksberuf für die Herstellung von Metallkonstruktionen. Seit 1989 offizielle Bezeichnung für die früheren Berufe Schlosser und Schmied.

Schmelzschweißen

Schweißverfahren, bei dem die zu verbindenden Werkstücke an der Verbindungsstelle aufgeschmolzen werden. Umfasst u.a. MIG-, MAG-, WIG- und E-Hand-Schweißen.

Schweißanweisung (WPS)

Welding Procedure Specification. Schriftliche Anweisung mit allen relevanten Parametern für die Durchführung einer Schweißarbeit.

Schweißzertifikat

Bescheinigung über die erfolgreiche Zertifizierung nach DIN EN 1090-2, die zur Herstellung tragender Schweißkonstruktionen berechtigt.

Stahltragwerk

Tragende Konstruktion aus Stahl, bestehend aus untereinander verbundenen Traggliedern. Leitet die auf ein Gebäude wirkenden Lasten in den Baugrund ab.

Tragende Bauteile

Konstruktionselemente, die Lasten aufnehmen und weiterleiten, z.B. Balkone, Bühnen, Geländer, Überdachungen, Treppen, Fassaden, Brücken.

Ü-Zeichen (Übereinstimmungszeichen)

Deutsches Konformitätszeichen für Bauprodukte, die nicht unter harmonisierte europäische Normen fallen. Für bestimmte Produkte (z.B. Treppen, Geländer) setzt es das Schweißzertifikat nach DIN EN 1090-2 voraus.

Werkseigene Produktionskontrolle (WPK)

Vom Hersteller durchgeführte interne Produktionskontrolle zur Sicherstellung der Konformität mit der DIN EN 1090. Umfasst dokumentierte Verfahren, regelmäßige Prüfungen, Personalqualifikation und Anlagenüberwachung.

Zertifizierungsaudit

Überprüfung durch eine akkreditierte Stelle, ob das WPK-System eines Unternehmens die Anforderungen der DIN EN 1090 erfüllt.

Zertifizierungsstelle

Akkreditierte Organisation, die nach erfolgreicher Prüfung Zertifikate über die werkseigene Produktionskontrolle und Schweißzertifikate ausstellt.